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Eine kurze Zusammenfassung der Subtypen

Kurz-Zusammenfassungen der 27 Subtypen 

von Janusz Jurczys

 

EINS

E1 Der Perfektionist hat die Leidenschaft des Zorns bzw. dessen Unterdrückung. Das hängt mit der mentalen Fixierung des Grolls bzw. der Perfektion zusammen. Die Erwartung von vollkommenen Menschen wird natürlich nicht erfüllt, aber der Einser glaubt, dass es ein Fehler ist. Diese andauernde Haltung, von der Welt zu erwarten, was sie nicht kann, verdichtet sich eben als Groll, der sich in bestimmten Situationen emotional nach außen oder öfter nach innen als Zorn entlädt.

Es können spitze Bemerkungen sein oder die Angriffe des eigenen Über-Ichs auf das eigene Verhalten. Einser sind verantwortungsvoll und gewissenhaft – im besten Sinne gute und soziale Menschen, neigen jedoch zu Intoleranz und können zu kritisch oder gar tyrannisch werden.

Die Tugend der Gelassenheit kann entwickelt werden, wenn sie darauf verzichten, die eigene Sicht für die Wahrheit zu halten. Jeder Mensch hat seine eigene Perspektive und das was fehlerhaft erscheint, ist das Ergebnis einer begrenzten Sicht. Die wahre Perfektion ist eine essenzielle, heilige Vollkommenheit, die der Schöpfung zugrunde liegt.

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Sp1 Der Sorgenvolle - versucht sich für die Zukunft abzusichern auf Kosten der Freude und der Freizeit in der Gegenwart. Die Besorgnis besteht auch dann, wenn es aktuell keinen Anlass dafür gibt. Es ist das Ergebnis von unsicheren und oft chaotischen Umständen im familiären Umfeld als Kinder.

1. Sie sind warme, freundliche Menschen, die den Ärger in „Güte“ umwandeln, um sich mit einem guten Bild zu identifizieren. Sie möchten sich nichts vorwerfen lassen und unterdrücken ihre Wut am meisten.

2. Die permanente Arbeit an sich selbst bekommt eine mechanische Form, die gerade eine essenzielle Entwicklung verhindert. Das Leben entbehrt der Freude zugunsten der Richtigkeit, Bescheidenheit und Verantwortlichkeit.

3. Sie übernehmen auch Arbeiten von anderen, weil jene „es nicht gut genug“ machen würden. Dies kann manchmal zum Burnout führen.

4. Sie heilen und reifen, wenn sie lernen, die ewige Kontrolle über alles und jeden aufzugeben, im Vertrauen, dass sie von ihrer Essenz versorgt werden.

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So1 Der Rigide – durch eine Nicht-Anpassungs-Willigkeit. Er musste früh Verantwortung übernehmen und erwachsen werden und fühlte sich wohler bei älteren als bei gleichaltrigen Kindern.

1. Sie vermeiden den Ärger durch Unerschütterlichkeit, wirken aristokratisch, elegant, umsichtig, darunter brennt jedoch ein Feuer.

2. Sie sind die intellektuellsten dieser Gruppe, können für genuine Denker gehalten werden. Es gibt die Einstellung: „Meine Meinung entspricht der Realität“.

3. Sie engagieren sich gern ehrenamtlich und mögen führende Rollen annehmen. Sie möchten anerkannt werden für ihre „Bedeutung“.

4. Sie gestehen den anderen keine Schwächen zu, so wie sie sich selbst nicht zugestanden werden. Damit überfordern sie sich und machen sich das Leben schwer. Sie entwickeln ihre Gelassenheit, wenn sie erkennen, dass es viele Wege im Leben gibt und der Glaube an einen einzigen richtigen, die Krankheit des Geistes bedeutet (Zen Buddhismus).

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Sx1 Der Reformer – Eifer und Eifersucht. Sie sind die einzigen Subtypen der Eins, die ausdrücklich ärgerlich werden und daher die Kontratypen (nur in diesem Kontext: Unterdrückung des Zornes).

1. Naranjo erklärt, die Leidenschaft des Zornes feuert die instinktive Begehrlichkeit mit Herrschafts- und Eroberungswunsch. Die Intensität des sexuellen Instinktes führt dann dazu, dass sie ein Recht auf die Befriedigung ihrer Begehren und Bedürfnisse empfinden, ein Recht, was nicht gleich anderen zugestanden wird.

2. Sie fokussieren sich nicht darauf, selbst perfekt zu sein, sondern versuchen eher, den anderen zu perfektionieren. Typischerweise beißen sie sich beim Versuch, die Partner zu „verbessern“ die Zähne aus.

3. Naranjo erwähnte in einem Seminar den jungen Leo Tolstoi, der unsittliches Verhalten verurteilte, welches er selbst noch gelebt hat. Seine „Verwandlung“ machte ihn später zu einem extremen Puritaner.

4. Entwickelte „Reformer“ können in der Tat die Welt zu einem besseren Ort machen, wenn ihre Visionen einen essenziellen Ursprung haben und nicht das Resultat einer persönlichen Not sind. Sie sind stärker und mutiger als die anderen Subtypen. 2021_11_15_07_41_211.1636962083.png

 

 

ZWEI

E2 Der Helfer ist ein Mensch, der als Kind zu wenig Liebe und Zuwendung erfahren hat und den Spieß gewissermaßen umgedreht hat. Er hat entschieden, sich den anderen zuzuwenden, um auf diese Weise geliebt zu werden. Indem die Aufmerksamkeit bei den anderen ist, werden die eigenen Bedürfnisse nicht gespürt, was in der mentalen Fixierung der falschen Fülle (die anderen brauchen etwas und ich habe/kann geben) und dem falschen, emotionalen Stolz mündet, was eine Inflation des Selbstwertes bedeutet. Wenn jemand leidet, fühlen sie sich in der Verantwortung, ihm zu helfen. Wird ihre Hilfe abgewiesen, können sie sich in ihrem Wert erniedrigt fühlen (Deflation), was aber immer noch ein anderer Ausdruck von Stolz ist („ich bin der letzte…“).

Die Liebenswürdigkeit erscheint den Zweiern als völlig selbstlos, aber unterbewusst erwarten sie etwas von den anderen, entweder die Dankbarkeit oder eine Gegenleistung, wenn sie selbst etwas brauchen. Sie sind sich dessen jedoch nicht bewusst, weil ihr Selbstbild von „nichts brauchen“ es verhindert. Wenn freier von der Fixierung, sind sie in der Tat die liebevollsten und hilfreichsten Menschen; dann stülpen sie den anderen nicht irgendwelche Bedürfnisse über. Wenn ihr Wille sich mit dem universellen Willen vereinigt, verwirklichen sie die Heilige Freiheit.

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Sx2 Der verführerische Liebhaber, ist auf äußere Attraktivität (besonders mit Flügel zu 3) angewiesen, die in der Lage ist zu verführen.

1. Die Selbstsicherheit, die aus der vermeintlichen Fülle der Gefühle stammt, kann in Aggression umschlagen, wenn sie nicht in ihrem Bemühen wertgeschätzt werden oder sich sonst gestresst fühlen.

2. Sie sind bereit alles zu geben, erwarten von den Partnern aber auch alles zu bekommen.

3. Naranjo erwähnt Helena von Troja als einen Archetyp von sx2, eine unwiderstehliche Femme fatale, für die Männer bereit sind, alles zu tun.

4. Der Heilungsweg beruht meistens auf Lebenswidrigkeiten, vor allem auf den Verlust der Liebe in Partnerschaften. Solange es diesen Zweiern gut geht, sehen sie sich – in ihrer falschen Fülle – nicht veranlasst, an sich selbst zu arbeiten.

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So2 Der „Taktiker“ – seine Gefühlskraft wird zum Kopf umgeleitet, er zeigt sich intellektueller als die anderen Subtypen.

1. Naranjo meint, dass der Begriff „Schmeicheln“ sich nicht auf alle Zweier bezieht, sondern speziell auf so2. Nun würde ich ergänzen, dass wir alle Instinkte in uns haben, von daher können gelegentlich auch sx und sp schmeicheln, um sich im positiven Licht zu präsentieren.

2. So2 ist ehrgeizig, möchte im Leben etwas erreichen (nicht nur von wenigen geliebt werden), wird daher mehr Wert auf Bildung legen und strategischerem Vorgehen, als die anderen Subtypen.

3. Sie wollen möglichst allen Menschen „dienen“, manchmal „die Welt retten“, weil sie Traumata aus der Kindheit kompensieren wollen – sie wurden als Kinder im Stich gelassen und sollten früh erwachsener werden (das Leiden wurde in scheinbare Stärke umgewandelt).

4. Sie sind Elternrollen-Spieler geworden, die besser wissen, was andere Menschen brauchen. Manchmal wird der eigene Vater vom Thron gestoßen, weil der Sohn der „bessere Partner“ für die Mutter ist.

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Sp2 Das nette Kind – der Kontra-Typ der Zwei zeigt nicht den typischen Stolz der Zweier, weil sie sich auf einer Ebene entschieden hat, ein Kind zu bleiben (das Leben der erwachsenen erschien nicht so attraktiv).

1. „Me first (ich will zuerst!) denken Kinder, wo es um die Verteilung der Schokolade geht, das ist die Stimmung der sp2, die sich fixiert hat. Ein Kind zu sein bedeutet Privilegien zu genießen.

2. Sie sind als Kinder herzerwärmend und verführen die Eltern, sich um sie zu kümmern. Das wird ihnen auch als Erwachsene nicht bewusst, weil sie als Zweier den eigenen Willen haben wollen und eigentlich sich um die anderen kümmern (aber der Instinkt spricht eine andere Sprache).

3. Sie sind schnell beleidigt, wenn sie zurückgewiesen werden und können ihre Gefühle schwer verbergen, sie sind ihnen ins Gesicht geschrieben. Auf der anderen Seite motivieren sie andere und tragen aktiv zu gemeinsamer Freude bei.

4. Sp2er sind zurückhaltender im Ausdruck, können in Gruppen unsicher sein, vor allem mit einer Führungsrolle, vor der sie zurückschrecken. Sie brauchen etwas mehr Zeit für sich allein und kümmern sich mehr um die funktionalen alltäglichen Bedürfnisse.

 

 

DREI

E3 Der Erfolgreiche ist ein Mensch, der seine Identität durch Aktivität generiert, wodurch die sich bildende Persönlichkeit von der Essenz abdriftet. Die mentale Fixierung heißt Täuschung, welche auch Selbsttäuschung einschließt. Das Selbstbild ist kein Ausdruck des eigenen Wesens sondern der erfolgreichen Anpassung an die Umwelt. Der Stolz auf die besondere Leistungsfähigkeit drückt sich emotional als die Leidenschaft der Eitelkeit aus. Die Eltern (häufiger die Mutter) brauchten ein Vorzeige-Kind, oft deshalb, weil es das erreichen sollte, was ihnen nicht gelang. Dem Kind wird das Streben, der Beste zu sein, „eingepflanzt“.

Die Tugend der Authentizität ist häufig ein Resultat eines vorhergehenden Scheiterns, beruflich, privat oder gesundheitlich (Burn-out). Denn so lange die Dreier erfolgreich sind, fühlen sie sich von der Gemeinschaft bestätig und fühlen keinen Anlass, ihr Selbstbild kritisch anzuschauen und zu erkennen, dass dieses eine Kompensation des Gefühls der Hilflosigkeit aus der Kindheit ist. Das heilsame Scheitern kann punktuell oder – gelegentlich – prozesshaft eintreten und im besten Fall zu der Sicht der Heiligen Hoffnung führen, mit der man sich nicht mehr auf die Stimme der Persönlichkeit verlässt, sondern der Stimme der Essenz lauscht.

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So3 Der Opportune – Prestige. Nur glänzende Leistungen wurden von den „Erziehern“ honoriert und das Kind lernt, dass nur ein herausragendes Image eine Daseinsberechtigung verleiht. Die „Verpackung“, besonders die Eloquenz ist wichtiger als die Inhalte.

1. Sie haben keine Hemmung, ihre Eitelkeit zu zeigen. Richtig lebendig fühlen sie sich auf der Bühne, wo sie beklatscht werden – es kommt auch vor, dass sie dem Publikum sogar vormachen, wann und wie geklatscht werden soll. Je mehr Menschen sie beeindrucken, umso bedeutender empfinden sie sich.

2. Mit ihrem Statusdenken vergleichen sie sich mit anderen zu eigenen Gunsten, was ihre Popularität steigert, denn sie stehen sich selbst nicht im Weg (wie z.B. die Einser mit Selbstkritik oder Vierer mit Unzulänglichkeitsgefühlen). Sie wollen glänzen und bewundert werden.

3. Auch Macht und Einfluss können eine wichtige Rolle spielen. Das opportune Vorgehen kann zwar gesellschaftlich missbilligt werden, aber für diese Dreier geht es um den Wert von erreichten Zielen und die Wege dorthin werden nicht immer gewissenhaft geprüft.

4. Tief drin befürchten sie, dass ihre Tarnung durchschaut werden könnte und versuchen, die Menschen nicht zu nahe an sich herankommen zu lassen. Um ein positives Image zu erhalten, versuchen sie Kritik von anderen oder Misserfolge zu relativieren oder positiv umzudeuten.

Sie entwickeln sich zu authentischen Menschen, wenn sie mehr ihre tieferen Gefühle und Verletzlichkeit zeigen.

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Sx3 Der Star – Charisma und körperliche Attraktivität. Die Eitelkeit ist sichtbar aber nicht so betont wie bei den sozialen Subtypen. Sie müssen nicht unbedingt für sich selbst viel erreichen, sondern beziehen sich stärker auf die Partner, die sie bewusst fördern wollen.

1. Sie sind die sichtbar gefühlvollsten Subtypen, die herzlicher und zurückhaltender auftreten. Sie haben ein Gespür für die „verschüttete Trauer“, die auf Erfahrungen aus der Kindheit resultiert, unter denen sie gelitten haben. Das Thema von Angenommen-sein versus Nicht-Dazugehören ist für sie gravierender als bei den anderen Subtypen.

2. Für sie ist es ganz entscheidend, von ihren Nächsten: Partner, Familie, Freunde geliebt und geschätzt zu werden, für die sie sich ziemlich aufopfern können. Sie drängen sich nicht in Vordergrund, obwohl ihnen die äußere Erscheinung wichtig ist. Sie sind enthusiastische Unterstützer.

3. Sie können große Verführer sein und sehr darauf  bedacht, anderen zu gefallen. Sie möchten andere nicht enttäuschen und versuchen, die besten Geliebten zu sein; dies kann ihre Herausforderung sein. In dem Versuch, attraktiv und angenehm zu erscheinen, verbergen sie ihre dominanten und aggressiven Anteile.

4. Sie empfinden Kritik als sehr bedrohend, es kann ihr positives Selbstbild erschüttern. Darin zeigt sich eine zu große Abhängigkeit von den Empfindungen der nahen Menschen. Der Heilungsweg besteht in der Liebe für sich selbst, die sich nicht im Äußerlichen verfängt sondern zu der eigenen Essenz vordringt. Als Resultat wird es zu einer Liebe für die ganze Schöpfung.

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Sp3 Der Sachkundige – Sicherheit. Dies ist die kontra typische Version, diese Dreier sind „kontra-eitel“, weil sie sich als gute Menschen empfinden, für die es nicht angemessen wäre, sich „plump hervorzutun“. Die Kompetenz ist der Schlüsselbegriff: nicht das Image sondern die wirkliche Qualifikation ist für sie maßgeblich. Sie sind die unnachgiebigen Dreier. 

1. Sie möchten die Besten ihres Fachs sein, nicht nur in den Augen anderer, sondern auch in den eigenen. Eitelkeit wird quasi versteckt unter der Maske des Fachmanns. In der Tat sind sie bereit, Überstunden zu machen, um sich und anderen zu beweisen, dass es nicht um sie selbst, sondern um die „Projekte“ geht. Nicht selten werden sie zu Workaholics.

2. Dahinter steht aber die Angst vor der Armut und dem Versagen. Das würden sie sich in der Fixierung nie zugestehen, sie schauen herab auf die „Versager“ draußen, die entweder unfähig oder zu faul sind, es zu etwas zu bringen. Sie sind stolz auf ihre Leistung und das Thema der Sicherheit soll gar nicht erst aufkommen.

3. Sie geben sich freundlich, zuvorkommend und interessiert. Aber – wenn ihre Weltanschauung oder Kompetenz verunsichert/infrage gestellt wird, können sie auch sehr aggressiv zum „Gegenangriff“ ansetzen. Dann vergessen sie ihre „Güte“ und wollen „die Dinge klarstellen“.

4. Das Wichtigste für sie ist, sich als autonom und selbstbestimmt zu empfinden, um sich selbst und die Familie versorgen zu können. Sie wollen eine Autorität darstellen, an die sich andere wenden können, was ihnen wesentlich näher liegt als Verbindungen auf der Gefühlsebene. Aber gerade das Letztere ist für sie heilsam auf dem Entwicklungsweg, zusammen mit Phasen von Ruhe, Entspannung und Stille.

 

 

VIER

E.4 Von Helen Palmer: Der tragische Romantiker genannt, wird auch oft Der Künstler bezeichnet, was doch oft genug zum falschen Typisieren verleitet, denn einerseits gibt es Künstler unter allen Enneatypen und zum anderen sind die mir persönlich bekannten Vierer in der Mehrzahl keine Künstler im klassischen Sinn. Etwas besser empfinde ich die Bezeichnung Individualist, denn obwohl sie auch auf andere Enneatypen zutreffen kann, empfindet sich im Prinzip jede Vier als einzigartig.

Die Leidenschaft des Neides ist ein Resultat des Sich-Vergleichens mit anderen – ob man dabei schlechter, oder etwas besser abschneidet, hängt stark mit dem Subtyp zusammen, denn gerade bei den Vierern ergeben sich große Variationen durch die Instinktbetonung (die nur von den Sechsern übertroffen werden). Diese Leidenschaft besteht in der Kontrolle des eigenen Bildes, man will kein gewöhnlicher Mensch sein. Der Alltag besitzt nicht den wahren Wert, die Sehnsucht geht zum (in der Kindheit) verlorenen Paradies.

Naranjo erklärt, dass der Neid nicht der Wunsch ist, auch das zu besitzen, was der andere hat, sondern, dass es die einzige Möglichkeit ist, mit ihm in Verbindung zu bleiben.

Die Fixierung heißt Traurigkeit, Melancholie und der falsche Mangel, denn es fehlt immer etwas und jemand, unabhängig davon, was da ist. Durch die Traurigkeit entsteht die Empfindung scheinbarer Tiefe und Authentizität. Er ist emotional und empathisch, was dazu dient, das eigene Leiden zu unterstreichen.

In der Kindheit: Ereignisse des Verlustes (z.B. Elternteil) oder Geschwister wurden bevorzugt, vor allem wurde das eigene emotionale Leben nicht berücksichtigt.

Die Heilige Idee heißt Ursprung, und bedeutet das Erkennen der vertikalen Verwurzelung im Urgrund des Daseins. Das erworbene Gefühlschaos wird durch die Tugend des Gleichmutes aufgelöst.

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Sx4 Die Drama Queen - Ichazo sprach vom Hass und Naranjo von Wettbewerb/Konkurrenz. Die Qualität der Gefühlstypen und vor allem der Vierer: die Scham wird hier umgepolt, der sx4 wird unverschämt, um sein Begehren zu befriedigen.

1. Sie haben als Kinder gelernt, zu jammern und laut nach etwas zu schreien, als Strategie, es zu bekommen, was später natürlich nicht funktioniert; ihr Protestieren führt zur Ablehnung und es entsteht ein Teufelskreis.

2. Sie sind oral-aggressive, „kannibalistische“ Charaktere (Naranjo), die nicht nur begehren, sondern es mit Ärger/Rage tun. Sie entwickeln sich, wenn sie zu mehr Mitgefühl für sich und andere kommen.

3. Sie werden auch „Drama Queens“ genannt, wegen der intensivsten, abwechslungsreichsten und manchmal übertriebenen emotionalen Reaktionen. Deshalb ist es wichtig für sie, sich mit ein wenig Disziplin, zu entdramatisieren.

4. Ihre Frustrationen haben vor allem damit zu tun, von der Realität zu erwarten, dass sie ihre Wünsche zu erfüllen hat. Daher ist es heilsam für sie, die Menschen so wertzuschätzen, wie sie sind und nicht etwas zu erwarten, was sie nicht sein können.

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So4 Der „klassische“ Melancholiker – ist das Gegenstück zum vorigen. Die Scham und Selbstbeschuldigung hängen zusammen mit dem Gefühl der Minderwertigkeit.

1. Sie leiden betont und übermäßig, sehen sich dabei als Opfer und werten sich ab. Im Vergleich zu anderen schneiden sie (anders als sx4) schlechter ab. Aber auch dies gibt ihnen ein Gefühl von Besonderheit und Einzigartigkeit.

2. Sie sind sehr zartbesaitet und fast immer hochsensitiv; selbst wenn sie lächeln, kann man einen leisen melancholischen Unterton verspüren. Unter Stress kann es aber auch zu einer beißenden Kritik kommen.

3. Sie machen sich stärker abhängig von anderen Menschen, vor allem Liebespartnern, als die anderen Subtypen – der sp4 tut es am wenigsten. Sie erwarten es, durch den Liebhaber „gerettet zu werden“.

4. Es handelt sich um eine depressive Anlage (sx4 ist eher manisch-depressiv), denn sie geben sich selbst die Schuld an ihrem Leiden. Hier würde die Aufforderung von Gurdjieff perfekt passen und heilsam sein: „Opfere deine Leiden“.

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Sp4 Der Erduldende -  ist unerschrocken und unerschütterlich, ein kontra Vierer, da er sich nicht von anderen Menschen abhängig machen will. Er ist scheinbar kontra-neidisch, weil ihm seine Autonomie sehr wichtig ist.

1. Sie sind masochistische Charaktere, die ihr Leiden herunterschlucken und der Welt ein heiteres Image präsentieren wollen. Sie erwarten geliebt zu werden, wenn sie sich nicht beklagen (anders als die anderen Subtypen) sondern fröhlich und unbeschwert auftreten.

2. In der Öffentlichkeit verborgen, treten ihre leidvollen Gefühle dann durchaus in den eigenen vier Wänden hervor, aber dafür gibt es nur unter guten Freunde/Familie genug Vertrauen – dass man dann auch noch geliebt wird.

3. Das Ertragen der Frustration/Schmerzen wird zu einer Tugend erhoben. Naranjo gibt das besondere Beispiel von Lawrence von Arabien, der das Feuer vom Streichholz mit den Fingern löscht.

4. Sie können an E.7 erinnern, wegen ihrer Heiterkeit und an E.5 wegen ihrer Kontrolle der Gefühle. Auf dem Heilungsweg lernen sie, ihre Verletzlichkeit und Berührbarkeit mehr zu zeigen.

 

 

FÜNF

E5 Der Beobachter. Die mentale Fixierung heißt Geiz mit Zeit, Energie und Ressourcen, aus Angst ausgenutzt zu werden und leer auszugehen.

Die Leidenschaft: Habsucht kann missverstanden werden, als immer mehr haben wollen, aber der Kern besteht meines Erachtens darin, das zu erhalten, was da ist. Deshalb passt für mich besser der Begriff der Sparsamkeit.

Der Ursprung ist – wie immer – in der Kindheit. Vater oft abwesend und/oder tyrannisch, ist in der Regel kein Vorbild. Mutter nimmt das Seelische des Kindes nicht wahr und seine Essenz fühlt sich abgewiesen. Die Mutter ist auch oft aufdringlich und das Kind zieht sich zum Schutz innerlich zurück.

Der Fünfer entscheidet sich unbewusst, das Leben zu beobachten und nicht es zu leben – daher der Name „der Beobachter“.

Mentaler Irrtum: der Kontakt mit Menschen raubt (und nicht etwa liefert) Energie, daher der Abwehrmechanismus: Isolation. Der Rückzug in den Kopf lässt die Gefühle und Instinkte unbewusst wirken. Emotionen, Bedürfnis nach Liebe und Beziehungen, Ressourcenreichtum, Stärke und Aggressionen bleiben im Schatten.

Der Weg von der Leidenschaft der Habsucht zu der Tugend des Nichtanhaftens besteht im Loslassen des Bedürfnisses nach Kontrolle zum Zweck der Sicherheit. Wenn wir der Lebensenergie erlauben frei zu fließen, ohne eigene Einmischung, sind wir in unserer Essenz aufgehoben und die Erfahrung wird lebendig und überraschend. Erst da erkennen wir deutlich die Vorurteile, die unsere Persönlichkeit angesammelt hat. Das eröffnet den Weg zu dem Heiligen Wissen und Transparenz.

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Sp5 Der Systematiker -  Schloss (Ichazo), Zuflucht (Naranjo)

1. Am stärksten hinter „sicheren Mauern“ ist sehr introvertiert und in den schwierigen Phasen isoliert. Die äußere Welt kann für ihn bedrohlich wirken, deshalb die Tendenz, alle Ressourcen dabei zu haben – innerhalb der eigenen Schutzmauern.

2. Ähnlich den 9 drücken sie ihre Wut oft passiv aggressiv aus, indem sie sich zurückziehen, verstecken, verstummen. Sie haben starke Hemmungen, Aggressionen zu zeigen. Die Leidenschaft, sich zu verstecken dient dem Schutz der Person: je weniger die Leute von einem wissen, desto kleiner eine Angriffsfläche und Einmischung. Die Kehrseite ist, dass man sich wenig zeigt und ausdrückt.

3. In den Beziehungen reduzieren sie ihre Wünsche, um sich nicht abhängig zu fühlen. Es fällt ihnen schwer um etwas zu bitten und ganz unmöglich, etwas zu verlangen.

4. Sie vermeiden es, dass jemand ihre Grenzen herauffordern kann, es fühlt sich so lästig an…Sie entwickeln sich auf dem seelischen Weg, wenn sie erkennen, dass andere Menschen sie bereichern (und nicht etwa aushöhlen) können, wenn sie es nur – unvoreingenommen zulassen.

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So5 Der Gelehrte  – Totem – die Erlösung wird vom Wissen erwartet, daher ein unstillbarer Durst nach einem übergeordneten Wissen.

1. Sie haben kein wirkliches Interesse an alltäglichen Themen und gewöhnlichen Menschen, halten sich gern im Kreise anderer Fachleute und Gleichgesinnter auf und wollen ihre Zeit nicht mit profanen Situationen „verschwenden“. Sie idealisieren außergewöhnliche, genial intelligente Menschen, während sie das „gemeine Volk“ verachten können.

2. Sie sind etwas extrovertierter und kommunikativer als die anderen Subtypen und stärker am Prestige orientiert.

3. Ihr Abwehrmechanismus ist der „spirituelle Bypass“, das scheinbare Transzendieren des Egos, um sich mit den körperlich emotionalen Herausforderungen nicht herumplagen zu müssen.

4. Sie leben in der Dichotomie zwischen dem Idealen und dem Sinnlosen. Ein spiritueller Weg ohne Bypass erfordert ein Aussöhnen mit dem Alltäglichen (mit seinen eigenen Zauber) und einen tieferen, emotionalen Austausch mit realen Menschen.

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Sx5 Der Magier - Vertrauen in jemanden, der einen total annehmen kann, mit all seinen „Schatten“.

1. Sie leiden intensiver, sind romantischer und emotionaler als die anderen Subtypen und daher die Kontra-Typen. Sie zeigen offener ihre Bedürfnisse und erinnern stärker an die Vierer.

2. Sie suchen die große Liebe, die unter Menschen kaum zu finden ist, daher auch bei einem Heiligen, spirituellen Lehrer oder in der Kunst. Sie idealisieren die bedingungslose Liebe, so dass sie nie real möglich wird.

3. Sie erleben eine deutliche Spannung zwischen dem Bedürfnis nach Rückzug und dem nach Verbindung, welche den Sinn hat, das eigene essenzielle Loch zu füllen.

4. Die unbewusste Suche nach der eigenen Essenz wird bewusst zu der Suche nach einem idealen Partner, der einen bedingungslos lieben könnte. Die seelische Entwicklung erfordert den Verzicht auf das Erreichen Wollen der idealen Liebe, mit solchen Standards, die kein Mensch erfüllen kann.

 

 

SECHS

E.6 Der Advokat des Teufels (Helen Palmer - selbst eine sx6), stellt den Zweifel als das Hauptprinzip dar. Dieser ist auch die mentale Fixierung des Sechsers und er kommt zustande begleitet von der emotionalen Leidenschaft der Angst. Es ist nicht die Furcht vor einer aktuellen Gefahr gemeint, sondern eine vorgestellte Gefahr (E.6 ist ein mentaler Typ), insofern kann man auch von Angst-vor-der-Angst sprechen. Der Abwehrmechanismus heißt Projektion, und die E.6 ist selbst antagonistisch, wird auch von ihrem Über-Ich oft angegriffen und infrage gestellt. Die Tugend des Mutes führt im höheren mentalen Zentrum zu der Heiligen Idee des Vertrauens (ursprünglich Glaube genannt – als Heilmittel für den Zweifel).

In der Kindheit gab es keine, oder keine verlässliche, Führung durch den Vater (väterliches „Prinzip“), es fehlte der Halt. Dieser Halt wird im außen gesucht mit Ausnahme des sx-Kontratyps, der sich auf seine persönliche Stärke verlassen will.

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Sp6 Der Vorsichtige - Wärme: um sich sicher zu fühlen, ist man freundlich und herzlich gegenüber anderen, nach dem Motto: „Man wird einen netten Menschen nicht angreifen“. Mit Flügel zu 7 versucht man heiter und kommunikativ zu sein, mit Flügel 5 herzlich abgeklärt.

1. Hier herrscht die Ambivalenz, die Dinge sind nicht richtig und falsch, schwarz und weiß, sondern „es kommt immer darauf an – es gibt die Grautöne und immer je nach Kontext“.

2. Sich festzulegen ist für sie manchmal fast unmöglich, denn eine Entscheidung könnte „falsch“ sein und auch „gefährlich“ werden, sie zögern sie hinaus mit der Hoffnung, genügend Informationen zu bekommen, um sich dann sicher zu fühlen.

3. Die Familie und enge Freunde sind wichtig, da sie einen Halt bedeuten. Sp6 trennt sich nicht von einer Beziehung, erhält sie auch dann aufrecht, wenn viele Kompromisse gemacht werden müssen, sie kann viel einstecken, um zumindest sicher zu bleiben.

4. Die häufigsten Antworten haben mit: „ja…aber“ zu tun, damit wird man nicht gleich von anderen festgelegt. Für die seelische Entwicklung ist ein Überschreiten von diesen

 „Wischiwaschi“ Eigenschaften nötig: der Mut ihre Sicht klar zu äußern und zu vertreten, Sachen zu riskieren (mit Umsicht), andere – wenn nötig – kritisieren oder herausfordern.

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So6 Der Loyale - Pflicht: hier gibt es die (scheinbare) Sicherheit in der Zugehörigkeit zu einer Gruppe (Verein, Partei, Volk, etc.) oder einem System (einer Wissenschaft, einer Religion, einem politischen Dogma, etc.). Die Ausstrahlung ist etwas cool, Naranjo spricht auch vom „preußischen Charakter“, der sehr regel-orientiert ist, daher das Bewusstsein von Verpflichtet-Sein.

1. Hier gibt es die Abwehr der Ambivalenz (das Gegenteil von sp6), die Dinge müssen eindeutig zugeordnet werden, damit die Sicherheit nicht bedroht wird. Das Richtige und Falsche, die Freunde und Gegner werden eindeutig identifiziert.

2. Sie wollen sich auf die Freunde verlassen und sind sehr bereit sie zu unterstützen, nach dem Motto: „Zusammen sind wir stark“.

3. Der Vater hat meistens gefehlt und konnte keine Richtung im Leben angeben. Auf der Suche nach dem Halt im Leben, klammern sie sich an eine Gesinnung, brauchen einen Referenzpunkt, der nicht gefährdet werden darf. Sie können kontraphobisch werden, wenn jemand dies infrage stellt.

4. Sind sie von ihrer Sache überzeugt, bleiben sie so lange dabei, bis ein Gegenteil davon ganz offensichtlich wird; bis dahin setzen sie sich aufopfernd für ihre „Wahrheit“ ein. Sie entwickeln sich, wenn sie die Pflicht und den Intellekt nicht mehr zum Fundament ihres Lebens machen, sondern mehr dem Leben selbst, den eigenen Instinkten, Gefühlen und Intuitionen vertrauen.

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Sx6 Der Held/Die Schöne – bedeutet hier, die Stärke und oft bei Frauen, die Schönheit (Julia Roberts), auch beides (Bodybuilder) zu demonstrieren, um der eigenen Angst auszuweichen. Sie sind die kontraphobischen Sechser, weil sie sich mit der Angst nicht identifizieren wollen.

1. Sie sind oft die Einzelkämpfer, weil sie andere mit ihrem Misstrauen von sich fernhalten.

2. Sie schüchtern andere eher ein, bevor sie angegriffen werden: „Angriff ist die beste Verteidigung“. Aber Naranjo sagt: „sie bellen mehr als dass sie beißen“ (sind keine Achter).

3. Sie haben kein Vertrauen zu fremden Menschen oder Gruppierungen, wollen sich stattdessen auf die eigene Achtsamkeit und Stärke verlassen. Da sie aber soziale Menschen sind, setzen sie sich auch für Schwächere und für Ungerechtigkeiten heldenhaft ein.

4. Auch die Liebesbeziehung ist ein „Arbeitsfeld“ zwischen Misstrauen und Bedürfnis nach Hingabe. Sie können heilen, wenn sie ihre sensiblen Gefühle und Verletzlichkeit mehr zulassen.

 

 

SIEBEN

E7 Der Enthusiastalways look on the bright side of live – heißt es in einem bekannten Lied. Der klassische Name für die Leidenschaft heißt Völlerei, gemeint ist das Bedürfnis nach einer Vielfalt von angenehmen Stimulationen. Die Suche nach Vergnügen und Freude, und das Vermeiden von Leiden und Schmerz sind jedoch zwei Seiten derselben Medaille.

Der Ursprung liegt in der Abwendung von schmerzhaften Erfahrungen zu angenehmen Optionen, ist somit die Strategie, dem Leben das Positive überzustülpen, als ein Selbstschutz.

Nicht nur die äußeren Reize bereiten Vergnügen, das tun auch positive Gedanken über etwas, was noch gar nicht da ist. Das führt zu der mentalen Fixierung, die Planung genannt wird. Zu planen scheint auf den ersten Blick überhaupt kein Makel zu sein. Die Problematik, die hier gemeint ist, besteht darin, dass man dadurch nicht im Hier und Jetzt lebt, sondern in einer vorgestellten Zukunft oder an einem anderen Ort. Da es sich angenehm anfühlt, fällt es vielleicht nicht auf, dass man von der eigenen Essenz entfernt ist: das Leben ist doch so aufregend! Für reale Entwicklung bedarf es der Tugend der Nüchterheit.

In der Kindheit gab es einen Zeitpunkt, oder Zeitspanne der Verlorenheit, eines Verlustes und die Entscheidung, an die glückliche Vorzeit anzuknüpfen. Daher kommt die Bezeichnung: das ewige Kind, für das das Leben weiter Spaß machen soll. Angst und Sorge bleiben im Schatten.

Ich finde, dass sehr typische 7 einen starken Flügel zu 6 haben und Unterhalter genannt werden, wogegen der starke Flügel 8 sie zu Realisten macht, was ein ganz anderes Bild abgibt.

Die Freiheit ist den Siebenern besonders wichtig und entspricht weitgehend dem jovialen Charakter des Jupiters in der Astrologie. Das höhere mentale Zentrum bezieht sich hier auf die Heilige Weisheit (auch Plan und Arbeit genannt).

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Sp7 Der Bonvivant, ist der Genießer des Lebens, der Gelegenheiten beim Schopfe fasst. Von Ichazo wurde er der Hüter der Burg genannt, um eine Verteidigungshaltung herauszustellen.

1. Die (erweiterte) Familie ist ihnen sehr wichtig, sie wird beschützt und verteidigt. Sie „investieren“ in „ihre Leute“ und erwarten im Gegenzug Loyalität und Unterstützung. Im Vergleich zu den anderen Siebener Subtypen sind sie beständiger – eine Partnerschaft/Ehe kann lebenslang halten, sie sind praktischer – sie landen (wohl) nie auf der Straße und sind "ihren Leuten" stärker verpflichtet.

2. Sie sind die praktischsten Siebener, die als Opportunisten bezeichnet werden können, da sie sich „gute Geschäfte“ nicht entgehen lassen, was im unreifen Stadium ein reiner Egoismus ist, und im reifen ein Talent, für ihr Leben befriedigend selbst sorgen zu können.

3. Sie sind sehr gesprächig, ggf. ohne zu reflektieren, ob das Gegenüber ein Interesse an den eigenen Geschichten haben kann.

4. Ihre gute Laune und Freundlichkeit kann den Nützlichkeit Charakter haben, andere Menschen einzuwickeln, um davon zu profitieren. Unbewusst befürchten sie, im Leben zu kurz zu kommen. Für ihre Entwicklung ist es wichtig, sich die unbewussten Ängste einzugestehen und offener zu werden für die gesamte Palette der eigenen Gefühle und nicht nur auf die nützlichen Optionen.

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Sx7 Das Magische Kind – Beeinflussbarkeit, es gibt hier eine dominante Reizüberflutung und: Wie möchte ich, dass die Welt ausschaut?

1. Mit der Einstellung: „Ich bin ok, du bist ok, alles ist ok, vermeiden sie tiefer zu schauen, wo sie auch das Schmerzhafte erkennen könnten.

2. Sie setzen zwar die rosarote Brille auf, können sich aber auch darum sorgen, Gelegenheiten zu verpassen, wenn sich zu viele anbieten.

3 Die Vorstellung, verschiedene Sachen zu machen macht mehr Spaß, als sie wirklich z tun, weil im Geiste alles so leicht ist.

4. Wenn man älter und reifer wird, bekommen die übrigen Instinkte mehr Gewicht und das Magische Kind wird entweder sozialer (so7) oder realitätsnäher (sp7). Auf dem inneren Weg geht es darum, die Realität von der Fantasie unterscheiden zu lernen, was viel mit der Toleranz für die eigene Frustration zusammenhängt, wenn man die eigenen „negativen“ Gefühle entlarvt.

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So 7 Der Idealist - Aufopferung: sie sind die kontra Typen der Siebener, weil sie bewusst darauf verzichten, die anderen auszunutzen.

1. Sie möchten Menschen mit reinem Gewissen sein und bemühen sich darum, mit Ressourcen nicht verschwenderisch umzugehen oder als Egoisten wahrgenommen zu werden.

2. Sie wollen ihre Leidenschaft nicht so hinnehmen sondern hoffen, dass sie auch zu ihrem Glück kommen, wenn sie scheinbar selbstlos handeln; dafür wünschen sie sich auch Anerkennung.

3. Starke Neigung andere zu unterstützen (ähnlich wie E.2) und oft eine asketische Haltung, sie gönnen sich dann nicht viel (ähnlich wie E.5).

4. Im Gegensatz zu sx7 können sie „beißend“ kritisch sein, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihre Konzepte abgelehnt werden. Der seelische Weg führt zuerst über die Ehrlichkeit (!) sich selbst gegenüber: Bin ich wirklich so altruistisch oder steckt dahinter doch das Eigeninteresse? Dann zu sehen, dass die Vorstellung von sich selbst als Vorbild nur möglich ist, weil man seine eigene Gier vor sich selbst versteckt hat.

 

 

ACHT

E. 8 Der Herausforderer - die Leidenschaft der Wollust, ist eine Leidenschaft für Exzess und Intensität. Durch die Intensität wollen die Achter ihre Lebendigkeit zurückgewinnen, die in der Kindheit essenziell noch vorhanden war. Die mentale Fixierung wurde von Ichazo Rache genannt und von Naranjo zu Rebellion umbenannt. Sie kaufen der Gesellschaft ihre Regeln nicht ab und wollen ihren eigenen Instinkten treu bleiben. Als Kinder und Jugendliche wurden sie öfter bestrafft und ungerecht behandelt, so tritt ihre Wut und Gerechtigkeitsgefühl offen und sichtbar zutage. Die Rückkehr zum inneren Kind wird die Tugend der Unschuld genannt. Die Heilige Idee der Wahrheit hat zu tun mit dem Aufgeben des Irrtums, dass die Welt in der Dualität gründet: gut-böse, gerecht-ungerecht, frei-unfrei, etc.

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Sp8 Der Stoiker verschwendet nicht zu viele Worte für Überflüssiges ((mit Flügel 9; dagegen 8w7 kann wegen sp7 sehr gesprächig sein), es geht vor allem um befriedigendes Überleben. Sie haben meistens eine karge Kindheit gehabt und mussten schon früh für sich selbst sorgen.

1. Die unmittelbaren Bedürfnisse sind überwertig, es gibt die Empfindung, dass sie sofort befriedigt werden müssten, da man weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft lebt.

2. Sie sind sehr pragmatisch; wichtiger als alle Theorien ist die Versorgung im alltäglichen Leben. Abstrakten Theorien können sie gar nichts abgewinnen, solange sie über ihre Leidenschaft nicht beträchtlich hinausgegangen sind.

3. Diese Achter sind begabte Händler und Feilscher, sie können so hartnäckig sein, als ob es um ihr Leben ginge. Sie überstehen die härtesten Strapazen, bei denen andere Menschen längst zusammengebrochen wären.

4. Ein reifer sp8 ist ein Mensch, auf den man sich 100% verlassen kann, ein Fels in der Brandung: „ein Mann – ein Wort“. Gleichzeitig ist man in der Lage, seine zarten und verletzlichen Gefühle zu leben.

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Sx8 Der Krieger ist ein sehr leidenschaftlicher Mensch, der in seinen Beziehungen sehr besitzergreifend ist. Er möchte der Mittelpunkt sein, ist verführerisch, faszinierend und ein Energie Junkie.

1. Diese Subtypen rebellieren am stärksten gegen den Verstand und gegen die Regeln (beinahe stolz darauf sie nicht zu befolgen). Sie provozieren auch mehr als die anderen Achter, sind auch intolerant gegenüber „Schwächlingen“.

2. Sie sind deutlich die emotionalsten, haben durchaus tiefe und romantische Gefühle. Sie sind charismatisch, intensiv und verströmen sexuelle Energie.

3. Sie möchten die Aufmerksamkeit von allen auf sich ziehen und die Kontrolle über alles und jeden ist ihnen äußerst wichtig. Besonders die sehr unreifen Männer können ihre eigenen Impulse kaum kontrollieren.

4. Sie können ihre Liebespartner von sich abhängig machen und absolute Treue verlangen, ohne notwendigerweise selbst treu zu bleiben. Im gesunden Zustand bieten sie einen energetisch schützenden Raum für andere. Der spirituelle Weg führt über die Integration des liebevollen, unschuldigen inneren Kindes.

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So8 Der Manager für den Solidarität, bzw. Komplizenschaft eine wichtige Rolle spielt. Er ist der Kontratyp, eine Art sozialer-antisozialer Mensch („Robin Hood“), der zwar auf die Macht nicht verzichtet, aber die Schwächeren unterstützt und eine sanftere Ausstrahlung hat. Besonders Frauen wirken hier freundlich und weich, und können leicht mit E.2 oder E.9 verwechselt werden.

1. In der Komplizenschaft (nach Ichazo: Freundschaft) geht es um Loyalität: entweder du bist für mich oder gegen mich, Kompromisse haben hier wenig Platz.

2. Sie fühlen instinktiv das Bedürfnis nach Rebellion gegen jedwede Autorität, weil sie diese mit Missbrauch assoziieren und unbewusst an eigene Kindheit erinnert werden.

3. Diese Achter sind die Intellektuellsten in ihrer Gruppe, sie lehnen vor allem Naivität ab und können dabei sehr zynisch werden. Am Pluspol jedoch sehr innovative und autonome Denker, denen man nichts vormachen kann.

4. Sie glauben, dass es besser ist auf Macht und Vergnügen als auf Liebe und Sentimentalität zu setzten, vielleicht halten sie sogar die Liebe für eine sentimentale Erfindung zum Zwecke des Gehorsams. Reife sozialen Achter sind die wahren Helden, weil sie nicht nur zur Tat schreiten sondern auch ihren Kopf einsetzen, um Ziele zu erreichen. Auf dem inneren Weg kümmern sich nicht nur um andere, sondern auch liebevoll (!) um sich selbst.

 

 

NEUN

E.9 Der Friedensstifter - Trägheit des Geistes – nur gelegentlich körperlich (so9 können Workaholics sein). Diese emotionale Leidenschaft führt zu der mentalen Haltung der Lässigkeit.

Das seelische Einschlafen zielt darauf ab, sich nicht mir der Wunde der Kindheit zu konfrontieren: vernachlässigt bzw. abgewertet worden zu sein. Der Verlust des Kontaktes mit den wahren Bedürfnissen wird kompensiert durch den Zusammenfluss mit anderen und die Bereitschaft, die Bedürfnisse anderer zu erfüllen.

Der Schmerz der Trennung von der eigenen Essenz wird von der Empfindung verschleiert, von den anderen nicht getrennt zu sein: „Ich habe Anteil an dir, also bin ich“. Eigentlich wünschen sie sich dass die anderen Anteil an ihnen haben, was aber nicht geschieht.

Bei Schwierigkeiten und Konflikten wendet sich die Energie nach außen, um sie verhaltensmäßig zu umgehen, die mentale und gefühlsmäßige Auseinandersetzung wird damit vermieden. Die Tugend besteht gerade in der engagierten Tat, in der man klar die eigenen Bedürfnisse vertritt. Die Essenz der Neuner bezieht sich auf die Heilige Liebe, die Verbundenheit mit allen Menschen und der ganzen Schöpfung.

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Sp9 Die Gelassene Appetit

1. Die Eltern schenken dem Kind zu wenig Aufmerksamkeit und die Versuche, sie zu bekommen scheitern regelmäßig. Das Kind hat resigniert, fühlt sich traurig und findet einen Weg, sich zu trösten, indem es sich betäubt, die Bedürfnisse zurückschraubt und auf Ersatzbefriedigung ausweicht.

2. Der Hunger nach Liebe bleibt erhalten, wird nun durch Aktivitäten und Konsum scheinbar gestillt. Bei manchen führt es zu Ess-Sucht, Medien-Konsum, Lesen oder sogar Arbeiten, Gewohnheiten, die ein wohliges Gefühl vermitteln, wo man in der Ruhe nicht gestört wird.

3. Sie sind oft schüchtern und gehemmt, sich in der Öffentlich zu zeigen, weil die Routine nicht mehr gewährleistet ist. Erfahrungen haben für sie mehr Gewicht als Theorien. Gewohnheiten führen zu einer gewissen Sturheit und damit zu passiv aggressivem Verhalten.

4. Der Weg der Seele erfordert von ihnen ein Hinschauen auf das innere Potential: ihre Stärke, Macht und Bedürfnisse. Sie werden dabei realisieren, dass das Leben mehr ist, als der Alltag – das Leben will, dass sie Mitschöpfer sind, was nur mit mehr Bewusstheit möglich ist.

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Sx9 Die Verschmelzende  Symbiose, Fusion

1. In dem Versuch, den Schmerz der ursprünglichen Trennung zu vermeiden, verzichten sie auf die Wahrnehmung des Getrenntseins. Das eigene Dasein spüren sie durch Verschmelzung mit dem Partner, Freund, Familie, und die eigene Einsamkeit und Verlassenheit ohne diese bleibt vorerst unbewusst.

2. Sie sind nicht in sich selbst verwurzelt, deshalb ist die Verschmelzung kompensatorisch und nicht der Ausdruck freier Liebe.

3. Sehr freundlich, sogar lieblich, können sie dennoch explodieren, wo man sich dann besonders über die Aggressivität wundert. Es betrifft vor allem den Flügel 8 und die partnerschaftlichen Konflikte. Sie können sogar rebellisch werden, nachdem sie lange die eigenen Bedürfnisse zurückgesteckt haben.

4. Auf dem inneren Weg geht es um die Erkenntnis der eigenen Sabotage, sich selbst in der Partnerschaft „auszulöschen“. Es geht um das Angehen und Verwirklichen der – wirklich eigenen (!) –Bedürfnisse und Wünsche, wozu es wichtig sein kann, dass man auch das Alleinsein kennenlernt.

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So 9 Die Freundliche - Teilnahme – kontra-träge, weil extrovertierter und aktiver als die anderen.

1. Das starke Bedürfnis, dazu zu gehören, hat seinen Ursprung im Empfinden, nicht dazu zu gehören, was natürlich die ursprüngliche familiäre Situation widerspiegelt.

2. Durch Gutmütigkeit und Leichtherzigkeit verspricht man sich in Gruppen willkommen zu sein, bemüht sich auf sympathische Weise andere zu unterstützen, bleibt freundlich auch wenn man sich übernimmt. Durch Ausrichtung auf Friede und Harmonie sind sie die besten Mediatoren.

3. Die Anliegen der Gruppe werden wichtiger empfunden als die eigenen, daher zeigen sie keine Traurigkeit oder Negativität, um andere nicht zu belasten. Im Gegensatz zu den Vierern empfinden sie keine extremen Gefühlsschwankungen, weder tiefe Trauer noch überwältigende Freude.

4. Der innere Weg erfordert die Bereitschaft, sich mit den verdrängten Gefühlen: Trauer, Wut und Unbehagen, die man sich sonst nicht erlaubt, um die Zugehörigkeit zu der Gruppe nicht zu gefährden. Darüber hinaus geht es um das Ernstnehmen der eigenen Bedürfnisse und Wünsche anstatt sich nur an andere anzupassen.